1. Der Kern der BWL - Schema
Die Betriebswirtschaft für Unternehmer bezieht sich auf begriffliche Instrumente und Rechnungsverfahren, die er für die gedeihliche Entwicklung seiner Existenz braucht. Die „Alltags-Ökonomie“, die in den weiterbildenden Schulen zu lehren ist, kann sich daran orientieren. Davon sind strikt die Aufgaben der Rechnungslegung zu trennen. Es sind die Buchhalter, die für die Richtigkeit der Rechnungslegung zu sorgen haben. So muss in der Buchführung an mehreren Stellen eine Zahlengleichheit vorliegen. Beispiele:
Summe Aktiva = Summe Passiva (Bilanz)
Summe Aufwand + Gewinn = Summe Ertrag + Verlust (frühere Darstellung der GuV)
Summe Mittelherkunft = Summe Mittelverwendung (Kapitalflussrechnung)
Bis zum Beginn der 1970er Jahre war es keineswegs selbstverständlich, dass diese Zahlengleichheit sofort gegeben war - das war zu Zeiten des Kopfrechnens eine große Aufgabe. Die Buchstellen waren zwecks Erstellung des Jahresabschlusses oft längere Zeit mit der „Kontenabstimmung“ beschäftigt. Jetzt dienen solche Prüfsummen nur noch der Kontrolle, ob das EDV-Buchführungsprogramme richtig rechnet.
Die Aufgabe des Unternehmers ist also nicht die Rechnungslegung oder Buchhaltung. Er muss vielmehr aus den Zwischenberichten und dem Jahresabschluss der Buchstelle kluge Schlussfolgerungen ziehen.
Das folgende Schema macht deutlich, dass die Themen in der BWL sehr vielfältig sind. Zudem muss der Unternehmer i.d.R. über einen reichen Kenntnisstand zur Geschäftstätigkeit bzw. Produktion haben, damit sich der Erfolg einstellt. Vielfach muss er (und seine Familie) auch selbst die Arbeit erledigen und dafür über Fertigkeiten verfügen.
D 001: Quelle Wittmann. H., i Die Liquidität im rechten Licht inkl. Kern der BWL - Powerpoint (siehe Startseite)
Zur BWL für Unternehmer gehört die Angebotskalkulation beim Verkauf eigener Produkte und Dienstleistungen. Der Unternehmner hat z.B. den ökonomischen "Mindesteinsatzumfang von Maschinen" zu kalkulieren, sei es für den Gebrauch im eigenen Unternehmen, sei es für den Einsatz in Fremdbetrieben. Er muss über die Geldkosten und den effektiven Jahreszins Bescheid wissen, u.a. beim Skontoverzicht. Das erfordert Kenntnisse in Finanzmathematik. Spekulation auf den Märkten, Warenwirtschaft, Mitarbeiterführung, Öffentlichkeitsarbeit und Umweltschutz sind ein weites Feld.
Die Lehre der Rechnungslegung ist hingegen nur für diejenigen von Bedeutung, die tatsächlich in Buchstellen tätig sind oder sein werden. Für sonstige Schulen jeder Art bedeutet sie schlicht verplemperte Zeit.
Im Kern geht es 1. um die Unternehmerziele Rentabilität des Unternehmens selbst, 2. um die Liquidität inkl. nichtbetriebliche Einnahmen und Ausgaben sowie Tilgungen (auch "unterjährig"), und 3. um die längerfristige Stabilität und Risikovorsorge.
In der folgenden Übersicht wird die Denkweise der Rechnungsleger (Buchhalter) der Denkweise der Unternehmer gegenübergestellt. Bei der Gewinn- und Verlust-Rechnung wurde im deutschen Handelsgesetzbuch (HGB) zur unternehmerorientierten Staffelrechnung gewechselt.

